Professor Frank Leymann, Direktor des Instituts für Architektur von Anwendungssystemen und Ko-Architekt der Webservice-Plattform, erhält den IBM Shared University Research (SUR) Grant in Form von sechs IBM BladeCenter-Rechnern im Wert von rund 50.000 Dollar. Einen IBM Faculty Award im Wert von rund 20.000 Dollar erhält Professor Bernhard Mitschang, der am Institut für Parallele und Verteilte Systeme die Abteilung für Anwendersoftware leitet.
IBM und Lehrstühle der Informatik der Universität Stuttgart haben mit dem IBM Technology Partnership Center (ITPC) eine Kooperationsplattform zum wissenschaftlichen Austausch von gemeinsamen Forschungsprojekten eingerichtet. „Ein aktiver Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist einer der Grundpfeiler einer intelligenteren Welt"§, so Dirk Wittkopp, Direktor im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen. „Eine effektive Verbesserung von Abläufen in Gesellschaft und Wirtschaft lässt sich nur zusammen mit der Wissenschaft erreichen. Wir unterstützen daher richtungweisende praxisorientierte Forschungsvorhaben rund um vernetzte Technologien.“
Professor Leymann von der Uni Stuttgart setzt den IBM-Preis für sein Forschungsvorhaben ein: Benutzer sollen in einem Portal Anwendungen auswählen, konfigurieren und sich diese in der Cloud bereitstellen lassen können. Foto: IAA/Uni Stuttgart
Der IBM SUR Grant in Form von sechs IBM Blades Center-Rechnern soll ein Forschungsvorhaben von Leymann voranbringen: Ziel ist es, durch eine Virtualisierung von Infrastruktur- und Anwendungskomponenten standardisierte IT-Angebote im Rahmen des Cloud Computings anbieten zu können. Diese neue IT-Architektur soll es Nutzern in Zukunft ermöglichen, Anwendungen, Rechenleistung und sonstige IT-Komponenten über das Web zu beziehen und nur bedarfsgerecht zu bezahlen. Dazu wird ein Modell definiert, um Services aus unterschiedlichen Clouds zu kombinieren und halbautomatisch für neue Kunden bereitzustellen.
Bei Leymanns Forschungsvorhabens soll der Benutzer in einem Portal Anwendungen auswählen, konfigurieren und sich diese in der Cloud bereitstellen lassen können. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der Cloud.
Der Faculty Award fördert ein Projekt von Mitschang zum Thema New Intelligence. Dabei geht es um die Frage, wie die aggregierten Daten in einem zentralen Datentopf, einem so genannten Data Warehouse, in Unternehmen effizienter genutzt werden können. Hierzu sollen bestehende Online-Analytical-Processing-Systeme (OLAP) um leistungsfähige Data-Mining-Technologien erweitert werden. Im Ergebnis soll die Forschung sicherstellen, dass Unternehmen alle relevanten Informationen für optimierte Entscheidungen zu nutzen. Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist es, die Antwortzeiten und die interaktive Bedienung im Data Mining in Verbindung mit OLAP deutlich zu verbessern.


